Schlagwort-Archive: Arbeit

Das Karma und die Fernbedienung


Endlich Freitag. Christoph freute sich auf das bevorstehende Wochenende. Er wollte Zeit mit seinen Kumpels verbringen: Eine zünftige Männerrunde, wie früher. Sie hatten alle das gleiche Hobby: Modellbau. Und seine neueste Errungenschaft wartete darauf, vorgeführt zu werden. Ein roter Mustang im Maßstab 1:30. Er baute den Motor und der Flitzer war natürlich aufgemotzt. Das Karma und die Fernbedienung weiterlesen

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Auferstanden aus Ruinen? #Ende


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Ich bin völlig verzweifelt. Mein Leben passiert ohne jede Kontrolle, ohne jede Einwirkung. Ich kann mich nicht dagegen wehren. Ich will es auch gar nicht. Ich will gar nichts mehr. Nicht laufen, nicht reden Auferstanden aus Ruinen? #Ende weiterlesen

Wenn Sterne vom Himmel fallen #5


Die Zeit bis Ostern vergeht schnell, und zu den Feiertagen bin ich das erste Mal richtig im Stress. Ich hab mich gut eingelebt, und kann den Tagesablauf langsam auch geniessen.

Am Nachmittag bringt der Chef jeden Tag ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee. Ein Service, den nur ich geniesse. Ein klein wenig bin ich Stolz darauf. Es zeigt mir, das ich gute Arbeit leiste, das er mich schätzt. Der Rucksack auf meinem Rücken mit all den Fehlern und falschen Entscheidungen der letzten Zeit ist schwer, aber ich habe die Hoffnung, das er mich nicht länger nach unten drücken wird. Wenn Sterne vom Himmel fallen #5 weiterlesen

Auferstanden aus Ruinen? #5


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Freitag Abend. Das Restaurant ist voll, wie lange nicht mehr. Die Schnitzelkarte schlägt gut ein bei den Gästen. Chef und Chefin freut‘s. Für mich ist es eine Katastrophe. Einerseits soll ich mehr Apero verkaufen, andererseits bei vielen Gästen an einem Tisch möglichst allen das Selbe. Viele Gäste beginnt für den Chef bei vier. Die Karte hat zwölf, zwölf!!! verschiedene Schnitzel. Und sie ist zusätzlich zur normalen Karte verfügbar. Warum hat er nicht nur 3 oder 4 genommen? Egal. Ich muss laufen, ich hab keine Zeit für solche Gedanken. Ich kann mich nicht konzentrieren. Seit dem Überfall wird es schlimmer und schlimmer. So muss sich Alzheimer anfühlen. Du merkst das es schlimmer wird daran, das die Dinge, die passieren viel schwerere Konsequenzen nach sich ziehen. Aber selbst das merkt man erst wirklich, wenn man sich wieder erinnert. Auferstanden aus Ruinen? #5 weiterlesen

Wenn Sterne vom Himmel fallen #4


In acht Wochen startet mein neuer Job. Das klingt lang, aber in der Zeit sollte ich schnell noch mein Leben aufräumen. Mit Anfang 20 hab ich Schulden, die mich schier erdrücken. Und ich habe mich bisher nicht darum gekümmert. Gescheitert. Versagt. Nicht lebensfähig? Ok, so weit würde ich jetzt vielleicht doch nicht gehen, aber verdammt noch eins! Ich wollte doch alles besser machen. Es sollte doch alles anders werden. Das habe ich leider wirklich nicht geschafft. Ich darf von vorn anfangen. Mit verschärften Startbedingungen. Das Leben, Part eins, Versuch zwei. Wenn Sterne vom Himmel fallen #4 weiterlesen

Auferstanden aus Ruinen? #4


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Ohne Schlaf gerät selbst das letzte bisschen Leben aus den Fugen.

Ich funktioniere nur noch da, wo ich ein gewisses Mass an Routine hatte. Alles andere fällt der Starre zum Opfer. Mein Kopf gehört nicht Auferstanden aus Ruinen? #4 weiterlesen

Wenn Sterne vom Himmel fallen #3


Herr und Frau Lehmann sitzen noch beim Frühstück. Schnell sind zwei zusätzliche Gedecke aufgetischt und wir werden aufgefordert, uns wie zu Hause zu fühlen.
Die Wohnung ist sehr ländlich eingerichtet. Alte Bauernschränke mit gemalten Rosen darauf, eine Sitzbank aus Holz direkt am Kachelofen. Ich weiss nicht genau, was ich erwartet hatte, aber es war etwas anderes.
Im Stubenfenster liegt schlafend eine Katze. Keine normale Hauskatze, oder Langhaar, nein, eine Siamkatze. Diese nackten mit den grossen Ohren, die schon die Ägypter verehrten. Ich finde sie ganz schön hässlich.
Während des Frühstück reden wir ein wenig über meine Anreise, die Familie und sie erzählen ein wenig von sich.
Er stammt eigentlich aus Bayern. Also Oberfranken. Das ist NICHT Bayern, erklärt er leidenschaftlich. Er hat mehrere Meister und ich bin ein wenig beeindruckt. Sie hat mal in der Bank gearbeitet, und kümmert sich darum ums Geld sagt er scherzhaft.
Sie ergänzt seine Ausführungen mit kleinen Details und kichert oft dabei. Ich kann sie nicht recht einordnen, und ihr Silberblick macht es nicht leichter. Zudem ist ihre Stimme so hoch, das es eher einem Quicken gleich kommt, wenn sie den Mund aufmacht.
Wir räumen den Frühstückstisch auf, und versorgen das Geschirr im Geschirrspüler. Die DDR gibt es seit einiger Zeit nicht mehr, trotzdem ist es zu Hause noch kein Standard, so etwas zu haben. Insgesamt ist die Wohnung in Sachen Technik auf einem guten Stand. Ich mag sowas, ich bin sofort interssiert.
Danach fahren wir wieder zum Strand. Mike und ich hatten einen Schinkenladen im Ort gesehen, und ich hatte angenommen, das das der neue Arbeitsort wäre. Jetzt bin ich etwas verwirrt. Es ist der Kasten direkt an der Seebrücke. Man könnte sagen, das erste Haus am Platz. Das ist der Arbeitsort?  Wow.
Wir werden durch eine Hintertür hereingeführt. Zu jeder Station bekommen wir eine kleine Einführung.
Alles ist dunkel und auch etwas kalt. An einer Schalttafel knipst Herr Lehmann ein paar Schalter an, und schön öffnen sich die Läden und es kommt Licht hinein. Neben der Schalttafel hat es eine Pinnwand. Mit Magneten sind dort Rechnungen und handschriftliche Notizen drauf. Ich sehe einen Zettel “ Couch und Radio für Eis bitte“ verziert mit einem herzigen Smilie.
„Das ist meine Schaltzentrale“ sagt Herr Lehmann grinsend, als er meinen Blick auf den Zettel sieht. „Das, was hier drauf ist, kann ich zumindest nicht vergessen“
Ich überlege zu fragen, ob Couch und Radio dem Weg zum Eis gefunden haben, verkneife es mir aber erstmal.
Er ist mir symphatisch. Ein Chef, mit dem man scheinbar scherzen kann. Und wie er beim Frühstück erzählt hat, macht er viel selbst. Wir bekommen eine Führung durch den gesamten Kasten. Beim Eingang unten ist die Umkleide mit Garderobenschränken und, ich staune, einem Bügelbrett. An den Flur angeschlossen sind zwei Kühlhäuser. Eines nur für Kuchen und Eis, das andere für Küche und den Schinkenladen. Der Flur macht einen Knick, die rechte Tür geht direkt zum Fenster, an dem Eis und Crepes verkauft werden, geradeaus gehts in den Eingangsbereich direkt von der Promenade her. Eine Kuchentheke sowie einige Stehtische sind hier, und die Treppe nach oben ins Restaurant. Oben angekommen das nächste Wow. Die ganze Frontseite ist verglast. Man blickt über die gesamte Promenade, und die ist nicht kurz, wie ich feststelle. Dazu kommt der atemberaubende Blick über die gesamte Bucht. Von  hier oben ist sehr beeindruckend. Ganz hinten sind sogar Containerschiffe zu erkennen.

Eine offene Terrasse gibt es hier oben auch. Ich sehe jetzt schon die Gäste sitzen bei Kaffee, Kuchen oder Eis. Die Küche und die Spülküche befinden sich im rückwärtigen teil gleich hinter dem Restaurant. Ich sehe einen Waschplan und Stechuhren. Ich zähle 24 und kann mir gar nicht vorstellen, das hier so viele arbeiten werden. Im kleinen Flur zwischen Küche und Spülküche ist eine Treppe nach unten. Dort ist die Backstube und ein Trockenlager.

Eine Tür führt wieder nach draussen, eine weitere in den Imbiss. Herr Lehmann öffnet auch hier die Läden, und wir kommen zu meinem Laden. Ja richtig, in meinem Kopf ist es schon „mein“ Laden. Als die Läden hoch gingen, und ich sah, wie toll der Laden liegt, war ich überzeugt. Es ist direkt an der Promenade, keine 20 Schritte, und ich stehe in der Ostsee.
Herr Lehmann erzählt ein wenig, wie es zur Saison sein wird. Was er erwartet, und was er nicht dulden wird. Die Aussicht fesselt, und ich muss mich konzentrieren, um ihm zu zuhören.
Der Verdienst stimmt, immerhin kommt noch Kost und Logis dazu. Ich kann meine Schulden abbauen, schneller, als mit meinen zwei Jobs aktuell. Und bei 6 Arbeitstagen die Woche ist die Möglichkeit Geld auszugeben auch eingeschränkt.
Der Rundgang hat länger gedauert als ich dachte. Es ist schon später Nachmittag als wir wieder im Haus ankommen.
Die Unterkunft ist direkt hinter dem Wohnhaus, und auch das darf ich mir anschauen. Es hat etwas vom Charm der Ferienlager- Bungalows, in denen wir als Kinder waren, inklusive Gemeinschaftsdusche, aber es ist ok.
Gern sage ich zu und unterschreibe den Arbeitsvertrag. Ich starte zwei Wochen vor Ostern. Tief im Inneren spüre ich, das es mich verändern wird. Es ist nur ein Job für 7 Monate, und doch wird es mehr sein, als alles vorher.
Es war ein schöner Tag, wir werden gebeten, zum Abendessen zu bleiben, und zu übernachten. Mike schaut mich mit grossen Augen an, das Gästezimmer hat nur ein Doppelbett, aber wir sagen zu.
Ich bin viel zu erschlagen von den Eindrücken, und als mich Mike im Bett in den Arm nimmt, fühlt es sich richtig gut an.
Nach dem Chaos, das dem Scheitern meiner Ehe folgte, war ich quasi Single. Aber hier und heute wollte ich einfach nur nehmen, was Mike zu geben hatte. Er streichelte zärtlich meine Arme, und liess seine Hände schüchtern meinen Bauch zu erkunden. Als er merkte, das ich ihn nicht abweise, wurden seine Berührungen zielstrebig. Ich liess mich fallen, ich dachte nicht nach.Mein Körper reagierte, und ich machte einfach mit.
Mein Mann war mein Erster, auch in dieser Hinsicht. So war ich schüchtern, und hatte einen Moment Zweifel, ob es richtig ist, was ich da tue. Aber Mike zeigt mir schnell, was er gern hätte und was ihm gefiel. Er übernahm die Führung. Es tat gut, ich konnte es geniessen und fühlte mich wohl dabei.
An Morgen hat dabei keiner gedacht.