Der Traum


Im Traum sehe ich kleine blaue Funken, da wo seine Hand mich gerade berührt.

Im Traum sehe ich all die Bilder, all die Erinnerungen, die er sieht, wenn er mir in die Augen schaut.

Im Traum ist alles in Ordnung.

Im Traum tanzen wir. Jedes Mal. Ich sehe, wie ich auf ihn zugehe. Er beobachtet mich dabei und  breitet seine Arme aus.  Dann hebt er seinen rechten Arm, so dass ich meinen Linken darauf legen kann.  Jetzt schaut er mir in die Augen. Seine linke Hand fährt langsam an meinem rechten Arm nach unten. Ich spüre die kleinen blauen Funken. Sie lösen ein  Kribbeln aus, denn ich weiss genau, was nun kommt. Wenn seine Hand meine erreicht, nimmt er sie ganz leicht und führt sie nach oben. Es ist wie ein Signal und wir reagieren gleich. Die Füsse bewegen sich zum Takt. Unsere Körper schwingen mit der Musik. Es gilt, nur diesen Moment zu geniessen.  Wenn wir tanzen, ist es als würden unsere Körper miteinander reden. Ich lasse ihm die Führung. Das hätte ich früher nie getan, aber im Traum ist das anders. Er dreht mich immer wieder. Rechts herum, links herum, wie es ihm gefällt. Dann holt er mich zu sich ran und wir drehen uns gemeinsam.  Dass es ihm gefällt, sehe ich genau. Es ist dieses Lächeln, das ich nie wieder vergessen will. Es berührt mich bis ins Innerste. Nach jeder Drehung suche ich seinen Blick. Nach jeder Drehung ist er da und ich fliege zurück in seine Arme. Wir wiegen uns im Takt. Dann nimmt er meinen rechten Arm,  legt in mir auf den Rücken und ergreift meine Hand mit seiner Rechten. Die Füsse bewegen sich weiter im Rhythmus. Das ist mein Lieblingsteil. Noch bewegen wir uns zusammen zur Musik. Ich warte auf sein Zeichen. Er spürt es genau. Und er zögert es hinaus. Noch ein bisschen mehr. Doch dann geht es los. Ich spüre wie er meine Hüfte anstösst. Ich drehe mich zwei Mal um mich selbst, und dann noch einmal in entgegen gesetzter Richtung. Meine Umgebung verschwimmt und ich verliere das fast Gleichgewicht. Es ist als würde ich über dem Boden schweben. Dann der letzte Schwung um endlich wieder in seine Augen schauen zu können. Doch da ist nichts. Keine Augen und keine Hand die mich hält. Der Boden öffnet sich unter mir und ich bin auf einen Schlag wach. Die Hand, die in das Bett neben mir greift, findet nur Leere. Mir stockt der Atem. Dann bricht die Realität über mir zusammen.

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