Märchen von heute


Hier eine weitere Übung; 5 Wörter auf maximal einer Normseite verbaut. Für Feedback oder Eigenversuche bin ich wie immer dankbar.

Die 5 Wörter: Waschanlage, Sportwagen, Penthouse, Liebespaar, Balalaika

Und hier meine Geschichte.

Es war einmal ein kaufmännischer Angestellter, der hatte fünf Söhne. Sie waren nutzlose Parasiten, die ihn ständig anbettelten. Trotzdem liebte er sie. Da er nie “nein” sagen konnte, wenn sie ihn um etwas baten, überlegte er, wie er sie dazu bringen könnte, nicht mehr zu fragen.

Er beschloss, sie nacheinander zu sich zu bestellen, um das zu lösen. Und so machte er es auch.

Der erste Sohn kam zum Frühstück.
“Und, mein Sohn, was wünschst du dir am allermeisten?”
“Oh Vater, ein Sportwagen wäre wirklich das allerschönste, das ich mir wünschen würde”
“Nun Sohn, dann geh in die Welt und verdiene ihn dir.” Mit diesen Worten verabschiedete er seinen Ältesten. Der zweite wollte ein Penthouse, der dritte eine Waschanlage. Und ihnen erging es genauso.

Der Vorletzte, ein kreativer Geist, entschied er sich für die original russische Balalaika, weil er hoffte, der Vater würde sich lange genug mit diesem Wunsch für ihn beschäftigen. 

Als der Vater ihn hinausbegleiten wollte, stand sein Jüngster bereits im Flur. Auch mit ihm führte der Vater das Gespräch. Da der Junge aber wusste, was den anderen Wiederfahren war und das Scheitern seines Bruders vom Flur aus miterlebt hatte antwortete er seinem Vater:

“Vater, Liebe ist doch das Kostbarste. Ich wünsche mir eine Partnerin, mit der ich bis zum Ende meines Lebens ein Liebespaar sein kann. Und bis dahin bist du meine Familie.”

Überrascht von dieser Antwort legte er dem Nesthäkchen einen Arm um die Schultern und lud ihn auf einen Whisky ein.
“Wir könnten zusammen eine Reise machen, Vater. Was meinst du? Lädst du mich ein?”

Wege des Todes


Das hier ist eine kleine Schreibübung, die in einer Autorengruppe entstanden ist. Fünf Worte waren vorgegeben: Ventilator, Videospiel, Urne, Wolldecke und Spritze.
Ich wünsche viel Spass beim Lesen. Feedback dazu wie immer gern erwünscht.

Ein Ventilator surrt beruhigend im Hintergrund und streift mich regelmässig mit einem kühlenden Luftstrom. In der stehenden Luft des Raumes ist er herzlich willkommen und ich schiebe die Wolldecke ein Stückchen weiter runter.

Gedämpfte Geräusche wollen mich aus dem Schlaf zerren. Etwas hartnäckiges in mir wehrt sich vehement dagegen. Nur noch eine Minute länger, nur noch mal kurz umdrehen denke ich mir. Irgendwo spielt jemand ein Videospiel. Der Lärmpegel schwillt auf und ab.Es knallt und scheppert ständig und wenn es ruhiger zu werden scheint, erklingen wütende Stimmen.

Ich sollte aufstehen und das beenden. Das «Sollte» drückt sich mehr und mehr in mein Bewusstsein. Die Liste wird länger, je mehr Zeit ich verstreichen lasse. Aber dafür müsste ich dieses weiche, warme Nest verlassen.

Vielleicht bleibt noch ein Augenblick, um mit meinem Schatz zu kuscheln, ihn zu küssen und ihm einen guten Morgen zu wünschen, bevor ich mich der Realität stellen muss. So ein Augenblick gestohlener Zeit, wie er es immer nannte. Nur wir, nur jetzt. Unsere Waffe gegen die Realität, egal wie schwer es werden würde.

Ich drehe mich auf die Seite und öffne langsam die Augen. Dünnes, fades Licht fällt in einen kleinen, lieblosen Raum. Die blassgrüne Wand, an der der Nachttisch seht, kenne ich nicht. Aber ich erkenne die Urne, die darauf steht. Diese Erkenntnis zerschmettert das Leben, in dem ich mich eben noch wähnte. Jemand schreit, dass es einem bis ins Knochenmark fährt. Die Spritze, die mich gnadenvoll in meine Träume zurück lässt, spüre ich fast nicht.

#aboutme


Gefühlt steht Nelson von den Simpsons gerade an jeder Ecke und ruft laut:“Ha haa!“
Warum? Weil ich wieder lernen darf, was ich eigentlich weiss. Was ich versucht habe zu ignorieren und mich davor zu drücken.
Die liebe gute Sichtbarkeit und meine Einstellung zu ihr zeigen sich überall. Als Leistungsorientierte fällt mir das immer wieder besonders schwer. Ich bin doch gut. Muss ich mich noch extra zeigen? Scheinbar. Also: Violà, hier bin ich. Sonnenschein, Problemlöser, Drachentöter, wenn benötigt. Schön, dich kennen zu lernen.

Ja, ohne Märchen geht es bei mir nicht. Ich gehe sogar soweit, dass ich behaupte, dass alle Geschichten, die wir heute lesen, egal ob Krimi oder Storytelling der Coaches und „Krisenbesserwisser“, alles basiert auf Märchen. Darauf, dass es für jedes Problem auch eine Lösung gibt. Und ich glaube, jeder, der vor einem neuen Problem steht, hätte tief im Inneren gern erst einmal drei Wünsche frei, um es zu beseitigen.
Mein aktuelles Problem hat stark mit meiner Sichtbarkeit zu tun. Und ich wünschte wirklich, es wäre einfacher. Dabei stehe ich mir dann gern auch noch selbst im Weg. Das kann ich gut. Mein geheimer Beruf ist wahrscheinlich Vorsteher in einer Glaserei. Sorry, für diesen etwas flachen Wortwitz.

Ich will mich auch garnicht raus reden. Wie heisst es so schön: Jeder Autor verarbeitet auch eigene Erfahrungen in seinen Werken.
Das ist so. Und genau damit hadere ich. Ich hadere damit, dass auch wenn der Leser nicht weiss wo, er einen sehr privaten Teil von mir sieht, das er an meiner Seele vorbeistreicht und sie sich ihm verletzlicher präsentiert, als ich es vor Freunden tun würde. Natürlich kann ich jetzt argumentieren, dass der Leser es ja nie genau wissen kann. Und Freunde auch nicht, siehe oben, so nah lasse ich selten jemanden ran. Und genau da liegt die Krux begraben. Wie kann ich Fremden zeigen, dass ich mir Nahestenden verwehre? Und im Gespräch mit mir selbst habe ich gute Argumente. So gute, dass es keine Lösung gibt.
Ausser vielleicht zu vertrauen. Darauf, dass Freunde und Familie sehen, dass sie verstehen und längst akzeptiert haben, was ich gern auch vor mir selbst verberge.

In meinem Märchen würde ich die Prinzessin oder die Elfe jetzt einfach mitten durch das Problem schicken. Würde ihr wohlwollende Helfer an die Seite stellen und am Ende ein grandioses Happy End setzen. Im Leben sieht das etwas anders aus.
Aber vielleicht habt ihr ja Tipps? Anregungen? Erfahrungen? Es würde mich freuen.

Bis zum nächsten Mal

eurer Sonnenschein

Wo habe ich nur…


Jetzt, wo ich weiss, was ich suche, muss ich es nur noch finden 🙈

Die damaligen Recherchen waren sehr umfangreich. Ich wollte an allen möglichen Punkten authentisch sein. Ortsbeschreibungen, gesellschaftliche Begebenheiten, soziale Regeln. Das Chaos auf dem Esstisch war Programm.

Und jetzt muss ich etwas finden, von dem ich weiss, dass ich es damals noch wusste. Denn mir fehlt der richtige Einstieg. Der alte ist nicht schlecht. Es fehlen nur wichtige Informationen, die den Spannungsbogen erst perfekt machen. Es ist diese eine Szene, von der ich immer dachte, damit starte ich Teil 2, sollte es je soweit kommen.

Frau lernt zum Glück dazu. Ein zweiter Teil ist immer noch möglich. Aber tief im Herzen ist es mir im Moment eigentlich nicht wichtig. Denn im zweiten Teil wäre es um die globale Ausbreitung gegangen. Es wäre „nur“ ein Wettlauf, immer dem Bösen hinterher. Und diesmal wäre Anita mein Held, meine Heldin gewesen.

Aber jetzt liegt mir der Schauplatz DEU am Herzen. Weil es Heimat ist und immer bleiben wird. Egal, was ich mein Zuhause nenne.

Steh auf, Männchen!


Ich weiss noch, wie ich Anfang letzten Jahres nach der Veröffentlichung der Märchen dachte, ich hätte genug Zeit, um hier wieder von meinen Projekten zu erzählen. Von den Ideen für eine Fortsetzung der Märchen, von den Geschichten, die ich für andere schrieb oder meiner Horrorgeschichte.
Aber wie heisst es so schön? Erstens kommt es anders als man zweitens meistens denkt. 2019 war so ein Jahr. Eines zum Lernen, zum Reflektieren und um dankbar zu sein.
Das Schreiben wollte irgendwie nicht gelingen, auch wenn es immer wieder Ideen gab. Und so blieb auch die Freude auf der Strecke, euch etwas zu erzählen.
2020 habe ich mit Weiterbildungen gestartet, natürlich auch in Sachen Schreiben. Und gerade ist quasi ein Knoten geplatzt. Ja, ich weiss, manche brauchen länger, und ich manchmal richtig lange 😉

Das Bild ist das Cover zu meiner Horrorgeschichte. Ich habe heute einen wichtigen Impuls für die Geschichte bekommen. In meinem Kopf war immer alles klar. Aber in der Ausführung hatte ich ständig das Gefühl, das etwas Wesentliches fehlt. Zwei Runden Testleser konnten nicht helfen. Und auch sonst war die Kritik immer eher „so la la“. Da wurden Dinge bemerkt, die zwei oder drei Seiten weiter ihre Erklärung fanden. Das war alles. Die Betaleser hatten also nicht geholfen.
Ich hab alles beiseite gelegt, war frustriert und von mir enttäuscht. Die Idee brannte noch in mir, aber jetzt nicht mehr so stark. Und bevor ich etwas veröffentliche, dass mich nicht glücklich macht, veröffentliche ich lieber garnicht.

Ich weiss nicht, ob ihr das kennt, aber wenn man schreibt, ist es schwer, die eigenen Babys loszulassen. Ich bewahre alle Ideen auf. Sie sind sortiert und jederzeit zur Überarbeitung parat.
Vorgestern habe ich einen neuen Kurs zum Thema Schreiben gestartet. Und egal, worüber geredetwurde, genau diese Story drängte sich mir immer wieder auf. Der Auslöser war die Frage nach der Prämisse. Meine Geschichten haben immer eine Prämisse. Die Horrorgeschichte hat sogar zwei 😉

Und für mich persönlich drei. Denn genau die Anfrage hat mir die Augen geöffnet, was mir denn fehlte, warum ich es immer als unrund empfunden habe.

Und jetzt muss ich mich entschuldigen. 140 Seiten warten darauf, genau danach durchforstet und neu arrangiert zu werden. Bleibt gespannt.

Ausgebremst


Während meine namenlose Prinzessin ihren Weg sucht und meine Elfenwelt Form annimmt, wandern meine Gedanken im Moment in meine Vergangenheit, zu meiner Herkunft.

Ich habe so oft im Leben neu angefangen, dass ich diese alt vertrauten Freunde, diese erinnerungsvollen Orte, dieses tiefe Heimatgefühl nicht mehr kenne. Manchmal Weiterlesen Ausgebremst

Irgendwo in Anderswo


Irgendwo in Anderswo flüstern sich Bäume und Gräser ein Geheimnis zu. Von Blatt zu Blatt schwingt es durch die Wälder und Täler. Energie scheint in der Luft zu liegen. Die Feen im einsamen Berg haben ihre Zauberkraft verloren. Eine von ihnen ist heimlich herabgestiegen, um das Geheimnis zu lüften und die Zauberkraft wiederzuerlangen.
Neugierde wabert dem Geheimnis hinterher. Wie sie wohl aussieht? Ob man sie erkennt? Wie konnten sie nur ihre Zauberkraft verlieren? Oder wurde sie gestohlen? Welch böses Monster muss das sein, das den Feen die Zauberkraft stiehlt? Und was hat es damit vor? Wozu ist dieses Monster fähig?
Leise, ganz leise schwebt das Geheimnis durch das Land und hinterlässt ängstliche Gesichter und verschlossene Türen. Fremde werden argwöhnisch betrachtet und Freunde kritisch hinterfragt.

Doch es gibt auch die Anderen. Die, die helfen wollen. Die nach ihr suchen, um endlich ihre Hilfe anbieten zu können. Die nur darauf warten, ihre Unterstützung tatkräftig einbringen zu können. Sie treffen sich oft, wenn die Türen verschlossen werden und überlegen, was sie tun können. Sie schwärmen aus, um Informationen zu sammeln, um herauszufinden wer noch helfen könnte und was wirklich passiert ist.

Währenddessen ist die Fee unterwegs. Allein. Nur die Hoffnung ist ihr steter Begleiter. Und auch sie ist zuallererst auf der Suche nach Informationen. Denn mit dem Zauber ging auch das Wissen darum verloren. Alle Feen wachten eines Morgens wachten auf und alle Erinnerungen um den Zauber waren verschwunden. Lediglich das ewige Buch der Feen, in dem sich jeder Zauberspruch befand und wann er von wem angewendet wurde, war noch vorhanden. Doch es enthielt keine Angaben um die Herkunft. Die Feen hatten jedes magische Wesen erschaffen. Und so war die Hoffnung nicht ganz vergebens. Denn die Tiere konnten sicher erzählen, was passiert war. Besonders eines: Belana, die Ziege, das allwissende Tier, konnte ganz sicher helfen. Die Fee war auf dem Weg zu ihr.

Und so raschelt es im Gras und wuselt es durch die Blätter von Anderswo. Eine der Feen ist unterwegs, wispert es an jeder Ecke. Kannst du es hören?

Leserunde


Hallo Ihr Lieben

Mir geht es gerade nicht so gut, weshalb es hier etwas stiller ist. Es haben sich jedoch ein paar liebe Blogger gefunden, die eine Blogtour zu meinen Märchen veranstalten.
Es gibt ein paar Freiexemplare zu gewinnen, für die, die mitmachen. Deshalb werde ich hier und auf der Amy Lear- Seite auf Facebook regelmässig Beschied geben.
Als ich damals anfing zu schreiben, und Gott, das klingt, als wäre es in einem anderen Leben gewesen, hoffte ich auf nichts. Ich schrieb weil ich konnte, weil ich wollte. Mir war egal, was daraus wird. Dann schlingert man durch diverse Facebook- Gruppen, nimmt hier und da was mit, und plötzlich ändern sich die Dinge. Es sind nicht einfach nur schnell dahin gerotze Plattitüden, es sind keine nach Schema F gekritzelten Vorlagen, die die nächsten Seiten füllen. Ihnen wohnt eine eigene Magie inne. Neue Wesen mit neuem Zauber in einer Welt, der unseren so ähnlich und vielleicht nur einen Lidschlag entfernt.
Aber das ist ja nur meine Meinung. 😉 Vielleicht wissen die Mädels mehr, geht doch mal schauen 😉