Bemerkenswert

Wer bin ich?


Ich hatte gestern ein interessantes Gespräch. Es begann mit der Feststellung, dass ich für die Märchen ständig überall Neues tun muss. Einiges ist unter dem Pseudonym zu machen und geht leicht von der Hand. Das andere, da, wo ich für mich einstehen muss, da wird es schwieriger.
Ich habe mich ja schon an verschiedenen Dingen ausprobiert. Ich habe Pressetexte als Ghostwriter verfasst, das ging irgendwie ganz einfach. Mein Talent ist es, auf den Punkt zu kommen, das war sehr hilfreich. Auch Ratgeber oder einfache Geschichten wurden gern angenommen und mir wurde sogar ein „schöner Stil“ bescheinigt.
Was mir im Sommer schon auffiel: ich bin bei den Texten für Fremde lange nicht so kritisch, wie ich es bei mir bin. Wenn man die Texte dann abgibt, ist es eine abgeschlossene Arbeit, unter der nachher ein anderer Name steht. Damit kann ich gut leben.
Unter meinen Testlesern sind natürlich auch Leute, die mich kennen. Und wenn von dort mal die Nachfrage kam, ob etwas autobiografisch ist, war das nicht schlimm. In den seltensten Fällen schreibe ich nur über Sachen, die ich kenne oder die mir widerfahren sind. Meistens schreibe ich von Dingen, die ich gesehen oder gehört habe. Das lässt einfach mehr Raum für Änderungen. In meinem Horrorroman ist eine komplette Szene auf dem Erlebnisbericht meiner besten Freundin aufgebaut. Und obwohl sie keinen Horror mag, will sie das später noch lesen, am besten bevor es veröffentlicht wird 😉
Aber diese Märchen…, die haben etwas. Ich erinnere mich immer wieder daran, dass mir ein aktueller Bezug bescheinigt wurde, der beim Schreiben keineswegs beabsichtigt war. Aber von der Hand zu weisen war es dann eben auch nicht mehr. Und je mehr ich darüber nachdachte, warum es mir so schwer fällt, mit den Märchen nach außen zu gehen, desto klarer wurde es. Es ist nicht die Angst davor, das es verrissen wird. Natürlich sind solche Bedenken da, aber nicht so stark, dass sie mich zurückhalten können. Es wird Kritiken geben, das ist normal. Ich werde daran wachsen, dessen bin ich sicher. Die Märchen sollen Mut machen. Jedes zeigt auf seine Weise, dass es sich lohnt, so zu sein, wie man sein möchte. Und genau das ist der Knackpunkt. Darum tue ich mich so schwer. Weil das in der letzten Konsequenz mehr von mir zeigt, als es alle anderen Werke bisher je hätten tun können. Weil es zeigt wer ich bin.
Es ist doch verrückt. Dabei wäre es das leichteste einfach so zu sein, wie man ist, oder? Einfach dem zu vertrauen, was man mag und gut kann. Womit man anderen gut tut. Und so werden meine Märchen am Ende eine Lektion für mich selbst. Sei, wer du bist, und stürz dich mit all deinem Herzblut ins Leben. Ich hoffe, ich bin nicht allein. Mach mit!

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Chaos ist ja auch nur ein Beginn ;)


So sieht das dann aus, wenn man sein Werk zurück bekommt. Puhh, kann ich nur sagen, manche Kommentare sind eine echte Herausforderung. Aber jetzt, wo ich einige davon schon hinter mich gebracht habe, kann ich sagen: Es wird toll. Es ist, als würde man mit geputzter Brille ein Wimmelbild nochmal anschauen. Und plötzlich entdeckt man die liebevollen Kleinigkeiten, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Liebevolle Kleinigkeiten zaubere ich nun in die Geschichten. Und freue mich dabei wie ein Kind am Vorweihnachtsabend.

Immer diese Versprechen


Versprechen kann man sich ja schon mal. Aber wer ein Versprechen gibt, der sollte es auch halten. Das habe ich zumindest so gelernt.
Und so machte ich mich aus Gründen  vor kurzem auf die Suche nach einem Lektor. Wie immer hatte ich dabei ein teures Händchen. Wobei- ich muss sagen- wer Qualität will darf hier nicht das Billigste annehmen. Von kopierten Arbeiten über Texte, deren Fehler sogar mir auffallen, war alles bei den Textproben dabei, die ich so erhielt. Einige boten ein Korrektorat, dass sich im Preis nicht vom Lektorat unterschied und eine Dame wollte fast 1000 Euro. ich kann sagen, es war eine kleine Odyssee, jemanden zu finden. Umso glücklicher bin ich darum mit meiner Wahl, auch wenn es Seiten um Seiten mit roten Markierungen bedeutet. Jetzt liegt es wieder an mir. 

Irgendwie, ganz tief drinnen, bin ich stolz. Etwas kleines, feines wächst. Und ich mit ihm. Jede Erfahrung macht mich reicher. Und ich freue mich, das alles mit euch teilen zu können.

Der Traum


Manchmal lese ich alte Sachen und weiss im ersten Moment nicht mehr, dass ich das wirklich geschrieben habe. Die meisten davon gehören dringend überarbeitet 😉

Ich hoffe, mein „Update“ gefällt euch. Bitte schreibt doch in die Kommentare, ob es mir gelungen ist.

Der Traum

Im Traum sehe ich kleine blaue Funken. Sie züngeln federleicht und tanzen an den Stellen, die er gerade noch berührt hat. Die Haut darunter glitzert als wäre sie mit abertausenden winzigen Strasssteinen überzogen und kribbelt dabei warm.

Im Traum versinke ich in seinen Augen, sehe all die Bilder, all die Erinnerungen, die er sieht, wie einen Film vor mir: Das verhaltene Lächeln an unserem ersten Treffen, der verschmitzte Blick nach dem ersten Kuss und die unendlich scheinende Nähe, nachdem wir uns geliebt hatten. Die Sicherheit, dass wir, dass unsere Gefühle füreinander endlos sind, dass wir für immer wir sind, tief verwobene Seelen, die im gleichen Rhythmus pulsieren.

Im Traum tanzen wir. Jedes Mal. Und es beginnt immer gleich.

Ich sehe mich Schritt für Schritt auf ihn zugehen. Mein zierlicher Fuss setzt zuerst zart mit den Zehen auf und rollt dann einer Ballerina gleich sanft ab. Er breitet die Arme aus, damit ich hineingleiten kann.

Mein linker Arm legt sich auf seinen rechten, als würde genau dorthin gehören, und nirgends anders. Seine Hand gleitet liebevoll unter meinen Arm, fängt ihn auf, als wäre er eine Feder, und legt sich sanft auf mein Schulterblatt. Sein Blick gleicht einem zarten Streicheln, er liebkost er meine Schultern, den Hals und dann mein Gesicht.

Diese Umarmung ist unsere Welt. Er schaut mir neckend in die Augen. Ein immer wiederkehrendes Ritual, unser Vorspiel auf dem Parkett und doch kann ich es kaum erwarten. Seine linke Hand fährt langsam an meinem rechten Arm nach unten. Da sind sie wieder, diese kleinen blauen Zungen. Meine Haut dürstet danach. Wie ein Schwamm das Wasser saugt sie sie auf und das Glitzern verstärkt sich, pulsiert und sendet sichtbare Wellen über jeden Zentimeter meines Körpers. Die Ausläufer werden schwächer, je weiter sie sich vom Ursprung entfernen.

Als seine Hand meine erreicht, nimmt er sie ganz leicht und führt sie nach oben. Es ist wie ein Startsignal und wir reagieren gleich. Die Füsse bewegen sich gleichzeitig zum Takt. Die Musik trägt uns durch den Moment und aus der Zeit. Ich lasse ihm die Führung, folge ihm leichtfüssig und wiege mich an ihm zur Melodie. Das hätte ich früher nie getan, aber im Traum ist das anders.

Er dreht mich immer wieder. Rechts herum, links herum, wie es ihm gefällt. Und dass es ihm gefällt, sehe ich genau. Es ist dieses zufriedene, glückliche Lächeln, das ich nie wieder vergessen will. Es berührt mich bis ins Innerste. Nach jeder Drehung suche ich seinen Blick. Nach jeder Drehung ist er da und ich fliege zurück in seine Arme. Wir tanzen im gleichen Takt während bunte Lichtkegel um unsere Beine streifen.

Dann nimmt er meinen rechten Arm, legt ihn mir auf den Rücken und ergreift meine Hand mit seiner Rechten. Das ist mein Lieblingsteil.

Unsere Schritte sind im Einklang. Ich warte auf sein Zeichen. Er spürt es genau. Die Spannung in der Hand auf dem Rücken erhöht sich mit jeder Strophe etwas mehr, sie tastet nach dem ersten Impuls, der die Erlösung bringt. Und er zögert es hinaus. Noch ein bisschen mehr. Doch dann geht es los. Meine Hüfte bekommt einen sanften Stoss für die Drehung während er meinen rechten Arm aus der Drehung heraus nach oben nimmt für eine weitere Drehung. Ich drehe mich zwei Mal um mich selbst, und dann noch einmal in entgegengesetzter Richtung. Ich schwebe, meine Umgebung verschwimmt und ich verliere fast das Gleichgewicht. Ich fühle mich wie eine Prinzessin die im Kreis der weit angereisten Nachbarn mit ihren Prinzen durch den Ballsaal gleitet. Dann der letzte Schwung um endlich wieder in seine Augen schauen zu können. Doch da ist nichts. Keine bunten Lichtkegel, keine liebevollen Augen und keine Hand die mich hält. Der Boden öffnet sich unter mir und reisst mich in ein nicht enden wollendes Loch. Die Dunkelheit ertränkt mich und raubt mir den Atem. Ich bin auf einen Schlag hell wach. Die Hand, die suchend in das Bett neben mir greift, findet nur Leere. Ich werde nie wieder mit ihm tanzen können und wünsche mir einen Augenblick die schmerzlose Schwärze zurück.

Warten


Aktuell stehe mal wieder vor einer Wand. Nix geht so, wie ich es möchte. Es braucht halt Zeit, und eigentlich weiss das ja auch… Wenn nur die Ungeduld nicht wäre.

Und dann schlag ich mein Ideenbuch auf, weil ich weiss, dass Warten wenn man wartet nur besser wird, wenn man was macht. Und sehe so viele tolle Dinge. Und plötzlich bin ich froh, Zeit zu haben.

#Leben, einfach ich

Satzsplitter


Ja, es ist gerade Sommer draussen. Genau drum fand ich, passt der Satz so herrlich, har har har 😉

So langsam nimmt der neue Roman Formen an. Hier ein Satz daraus für euch:

Mit eisigen Fingern griff die Angst nach ihrem Gemüt, legte sich wie eine schwere Decke um ihre Schultern und erstickte die Hoffnung wie der späte Frost, der erste Keimlinge mit seinem Eishauch überzog und sie dann leblos dem ersten Sonnenstrahl überließ.

Familie


Vorsichtig betrat ich das Anwesen.

Familie so sagte man mir, das wäre ein Haus in dem Kinderlachen erklingt und ein Garten dazu, in dem sie lernen können, wie man wächst. Tief in meinem Inneren stiessen diese Worte auf ein Echo, ein Glocke, die lauter und lauten zu schlagen schien, je tiefer ich in diese Mauern eindrang.

Gefühlsfetzen flatterten durch meinen Bauch. Sie Weiterlesen „Familie“

Die Vögel


Seine Blicke folgten den Vögeln, denn diese verhießen nichts Gutes. Es war ein Morgen, der ihm noch lange in Erinnerung bleiben sollte, weil er schon bei ihrem Anflug wusste, was ihm drohte. Die Formation war der eines Angriffsfluges sehr ähnlich. Es gab nur kleine Unterschiede, doch sie fielen ihm auf. Weiterlesen „Die Vögel“