„Manchmal sehe ich sie alle, weißt du das?“, riss sie ihn aus seinen Gedanken. Er wusste es nicht und quittierte die Frage darum mit einem „Hmm.“, und schwieg dann weiter.
„Ich meine Julie und Steve, Gustav und natürlich auch Ruth. Und all die anderen. Sie warten im Pavillon im Park auf uns.“ Sie schaute ihn über den Rand der Kaffeetasse ernst an. Ihre Augen waren für ihn wunderschön, auch wenn das Grau längst verwässert war. In seiner Kindheit hatten sie früher einen Reim: “Graue Augen- Straßendreck- werfen alle Jungen weg.“ Auf ihn traf das nicht zu. Der Glanz und die Stärke ihrer Augen hatten ihn zuallererst gefesselt. Ihr Blick war klar wie Tau an einem Frühlingsmorgen, manchmal auch silbern und tief wie der See im Herbst, kurz vor dem ersten Frost, wenn das Wasser ganz still war. Und genau so war sie auch. Vielschichtig und intelligent: eine Frau die ihn überraschte und herausforderte, auch heute noch. (mehr …)
Die Arbeit an verschiedenen Projekten macht sich durch die Ruhe hier bemerkbar. Doch auch Nummer Zwei hat es geschafft! Ich freue mich, euch die nächste Anthologie vorstellen zu dürfen, in der Kurzgeschichten von mir enthalten sind. 🙂
Ahhhh, wenn ich doch nur könnte, wie ich wollte!
Sanft berühren die Lippen die meinen. Liebkosend wandern sie von einem Mundwinkel zum anderen. Zwischendurch spüre ich ein herausforderndes Knabbern. Dann dringt die Zunge sacht in den Mund, sucht meine und stupst sie leicht an. Wie in einem Spiel, in dem man erst noch festlegen muss, welche Rolle man übernimmt, umkreisen sich unsere Zungen. Sie berühren, umwerben einander, um dann wieder dominant zu locken. Sie bewegen sich in einem geheimen Rhythmus, den nur nur wir zwei spüren. Es ist ein Locken und gelockt werden, ein Geben und Nehmen, das atemlos macht.
